Geldpeilung
Immobilien · nach Steuer und Inflation

Veröffentlicht am · Steuerrecht Stand 2026

Mieten oder kaufen 2026: Was ist finanziell besser?

Die Antwort hängt an wenigen Zahlen: wie lange Sie bleiben, wie viel Miete Sie sich sparen, wie schnell die Preise steigen und was Ihr Geld alternativ bringt. Ein Rechenbeispiel mit 400.000 €, gerechnet in heutigem Geld nach Steuer.

Kurz gesagt: Im Beispiel liegt der Mieter, der sein Eigenkapital und die monatliche Ersparnis in einen Aktienfonds legt, bei 10 und 15 Jahren vorn. Ab etwa 20 Jahren liegt der Käufer vorn, nach 30 Jahren um rund 26.000 € in heutigem Geld, bei einem Vermögen von jeweils etwa 400.000 €. Das ist ein knappes Ergebnis, und es kippt schon, wenn die Preise ein Prozentpunkt langsamer steigen oder die Geldanlage ein Prozentpunkt mehr bringt.

Eine allgemeine Antwort „Kaufen lohnt sich“ oder „Mieten lohnt sich“ gibt es deshalb nicht. Der Rechner zeigt, ab welchen Annahmen welche Seite vorn liegt.

Das Rechenbeispiel

AnnahmeWert
Kaufpreis / vergleichbare Kaltmiete400.000 € / 1.300 € im Monat (Mietrendite 3,9 %)
KaufnebenkostenBayern: 3,5 % Grunderwerbsteuer, 2 % Notar und Grundbuch, 3,57 % Makler
Eigenkapital100.000 € (der Rest wird finanziert)
Kredit4,1 % Zins, 2 % Anfangstilgung, 10 Jahre Zinsbindung, danach wieder 4,1 %
Instandhaltung und nicht umlegbare Kosten1 % des jeweiligen Werts im Jahr
Verkaufskosten am Ende1,7 % des Werts
Inflation / Mietsteigerung / Preissteigerungje 2 % im Jahr
Geldanlage des Mieters5 % im Jahr vor Steuer (Aktienfonds, Teilfreistellung 30 %, Abgeltungsteuer mit Soli)

Der Mieter legt am Anfang das Eigenkapital an und jeden Monat die Differenz zwischen den Gesamtkosten des Käufers (Rate plus Instandhaltung) und seiner Miete. Im Beispiel sind das zu Beginn rund 700 € im Monat. Der Käufer hat am Ende die Wohnung abzüglich Verkaufskosten und Restschuld. Beide Seiten werden gleich behandelt: gleiche Ausgaben jeden Monat, Vergleich in heutiger Kaufkraft.

Wie lange Sie bleiben, entscheidet viel

LaufzeitKäuferMieterVorsprung
10 Jahre185.394 €204.010 €Mieter +18.616 €
15 Jahre246.645 €252.976 €Mieter +6.331 €
20 Jahre306.764 €301.277 €Käufer +5.487 €
30 Jahre425.609 €399.491 €Käufer +26.118 €

Vermögen in heutigem Geld nach Steuer. Wer nach wenigen Jahren verkauft oder umzieht, trägt die Kaufnebenkosten und die Verkaufskosten über eine kurze Zeit; sie machen zusammen rund 11 % des Kaufpreises aus (rund 9 % beim Kauf, 1,7 % beim Verkauf) und müssen erst verdient werden.

Preissteigerung und Rendite: Wann kippt es?

Vorsprung des Käufers (grün) oder des Mieters (rot) nach 30 Jahren in heutigem Geld, bei verschiedenen jährlichen Preissteigerungen der Wohnung und verschiedenen Renditen der Geldanlage vor Steuer. Alle anderen Annahmen wie oben:

Preissteigerung pro JahrAnlage 4 %Anlage 5 %Anlage 6 %Anlage 7 %
0 %−35.164 €−113.939 €−215.820 €−347.398 €
1 %+25.377 €−54.953 €−158.639 €−292.316 €
2 %+108.205 €+26.118 €−79.598 €−215.627 €
3 %+220.689 €+136.612 €+28.607 €−110.064 €
4 %+372.481 €+286.144 €+175.548 €+33.899 €

Die Tabelle zeigt, wie eng das Ergebnis liegt. Bei 2 % Preissteigerung und 5 % Rendite liegt der Käufer vorn, bei 6 % Rendite schon der Mieter. Wer glaubt, dass Aktien langfristig mehr bringen als Wohnungen, wird eher zum Mieten kommen; wer mit kräftig steigenden Preisen rechnet, eher zum Kaufen. Die Tabelle gilt für diesen Beispielfall, bei anderen Mieten und Preisen verschieben sich die Grenzen.

Ab welcher jährlichen Preissteigerung der Käufer bei 5 % Rendite vorn liegt (Break-even):

LaufzeitBreak-even bei 5 % Anlage
10 Jahre2,5 % Preissteigerung im Jahr
20 Jahre1,9 % Preissteigerung im Jahr
30 Jahre1,7 % Preissteigerung im Jahr

Was das Ergebnis am stärksten bewegt

Was die Geschichte sagt

Gerd Kommer und Tobias Jerschensky haben für Deutschland historische Zeitfenster seit 1970 ausgewertet: Wer mietete und die Ersparnis in einen Welt-Aktien-ETF legte, lag in 9 von 11 Zeitfenstern vorn, bei einer Mischung aus 60 % Aktien und 40 % Anleihen in 7 von 11 (Blogbeitrag vom 01.09.2025). Das stützt die Aussage, dass der Mieter in vielen Fällen vorn liegt. Zwei Einschränkungen: Das ist eine Rückschau mit den Preisen und Zinsen der Vergangenheit, unser Rechner dagegen ein Blick nach vorn mit Annahmen, die Sie selbst setzen. Und der Vergleich unterstellt einen Mieter, der das Geld wirklich anlegt und nicht ausgibt. Ein Käufer wird dagegen durch die Rate zum Sparen gezwungen. Das ist im Alltag ein echter Unterschied.

Steuern: Das sollten Sie wissen

Was der Rechner nicht abbildet

Selbst rechnen

Setzen Sie Ihre eigene Miete, Ihren Kaufpreis, Ihren Zins und Ihre Annahmen zu Inflation, Mietsteigerung, Preissteigerung und Rendite ein. Der Rechner zeigt Ergebnis, die Rendite-Schwelle und eine Tabelle „Wer liegt vorn, je nach Annahme?“ für Ihren Fall.

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